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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
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an Humanität um in ein Wort zufammenzusassen, waszu analysieren ich hier nicht unternehmen darf sehr wesent-lich gewonnen hat. Ein ganz armes, ganz unscheinbaresBeispiel! Sie verkünden in Ihrer Utopie:Bloße Schreib-arbeit wie das Anstreichen von Fehlern gegen die Recht-schreibung wird unwichtig..." Nun, meine zwölfjährigeTochter versichert mir, daß orthographische Fehler auf dieBewertung ihrer deutschen Aufsätze keinerlei Einfluß haben;orthographische Sicherheit oder Unsicherheit bestimme zwarmit die Gesamtnote im Deutschen, für die Beurteilung'desAufsatzes aber sei nur der Stil entscheidend. So ist es aufder Töchterschule; aus dem Knabengymnasium noch nicht.Aber ist es nicht ein bemerkenswerter kleiner Zug einZug von literarischer Hochherzigkeit, möchte ich sagen?

Und da ich schon so viel vonSymptomen" sprachSie selbst, Herr Lehrer, mit Ihrem Aufruf sind ja einSymptom! Glauben Sie denn, daß vor zwanzig Jahrenin Deutschland ein Schulmann zugunsten künstlerischenSprachunterrichts hätte manifestieren können, ohne fürschwer erholungsbedürftig erklärt zu werden?

Sie haben mich auf einweites Feld" gelockt. Ich fühlevöllig die Unzulänglichkeit der vorstehenden Fragmente. Be-trachten Sie sie einfach als Zeichen meiner herzlichen An-teilnahme an Ihrem Sehnen und Trachten, das so bezeich-nend ist für die Aufgewühltheit der Zeit und die Zukunfts-fülle des deutschen Geistes.

1920