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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
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spielte, Frühsommer 1911, die Nachricht vom Tode GustavMahlers hinein, dessen Bekanntschaft ich vordem in Mün-chen hatte machen dürfen, und dessen verzehrend intensivePersönlichkeit den stärksten Eindruck auf mich gemacht hatte.Auf der Insel Brioni, wo ich mich zur Zeit seines Abschei-dens aufhielt, verfolgte ich in der Wiener Presse die in fürst-lichem Stile gehaltenen Bulletins über feine letzten Stun-den, und indem sich später diese Erschütterungen mit denEindrücken und Ideen vermischten, aus denen die Novelleheroorging, gab ich meinem vrgiastifcher Auslösung ver-fallenen Helden nicht nur den Vornamen des großen Mu-sikers, sondern verlieh ihm auch, bei der Beschreibung seinesÄußeren, die Maske Mahlers wobei ich sicher seinmochte, daß bei einem so lockeren und versteckten Zusam-menhänge der Dinge von einem Erkennen auf seiten derLeserschaft gar nicht würde die Rede sein können. Auch beiIhnen, dem Illustrator, war nicht die Rede davon, dennweder hatten Sie Mahler gekannt, noch war Ihnen vonmir über jenen heimlich-persönlichen Zusammenhang etwasanvertraut worden. Trotzdem und dies ist es, worüberich beim ersten Anblick fast erschrak zeigt der KopfAschenbachs auf Ihrem Bilde unverkennbar den Mahler-schen Typ. Das ist doch merkwürdig. Heißt es nicht (esheißt bei Goethe so), daß die Sprache das Individuelle undSpezifische gar nicht ausdrücken könne, und daß es dahernicht möglich sei, verständlich zu sein, wenn der anderenicht dieselbe Anschauung habe? Dieser, heißt es, müssemehr auf die Jnkralion des Sprechenden als dessen Wortesehen. Aber da Sie, der Künstler, auf mein Wort hin dasIndividuelle trafen, so muß also die Sprache nicht nur inunmittelbarer Wirkung von Mensch zu Mensch, sondern

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