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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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gefährlicheren und entuervenderen Leidenschaft, als sie mitjenemunseligen Hang zum Polemischen" verbunden ist, denGoethe bedauernd bei Plaken fesisiellte. So habe ich vorigesJahr, angeregt durch Gott lveiß welche Erfahrungen, meinenAufsatzBilse und ich" geschrieben, jenen sehr persönlichenund sehr passionierten Essay, in welchem ich das sittlicheund künstlerische Recht des Dichters, die Wirklichkeit zu be-nutzen, gegen eben diese Wirklichkeit verteidigte und in derHauptsache Goethes Aussage paraphrasierte:Das Be-nutzen der Erlebnisse ist mir immer alles gewesen; das Er-finden aus der Luft war nie meine Sache: ich habe dieWelt stets für genialer gehalten, als mein Genie." Und sosaß mir nun die Theatersrage wie ein Widerhaken im Fleisch:in einem erregten, gereizten, dialektischen Zustande ging ichumher, räsonierte, disputierte, komponierte, warsmitheißemKops einzelne Pointen aufs Papier . . . kurz, ich beschloß,den Roman, an dem ich schreibe,aus ein paar Tage" zuunterbrechen und der Zeitschrift die beste Antwort zu geben,die sie überhaupt bekommen würde. Was zustande kam,war ein Manuskriptum von Zi Groß-Ouart-Seiten, betitelt:Versuch über das Theater". Ich habe nicht Tage, son-dern Wochen damit im Kampfe gelegen; mehr als einmalwar ich der Sache bis zur Verzweiflung überdrüssig; mehrals einmal wollte ich angesichts der Widersprüche, die sichbei der Behandlung des Verhältnisses eines künstlerischenMenschen zum Theater notwendigerweise austun, die Händesinken lassen, aber ich hatte mich engagiert und gehorchtemeinem kategorischen Imperativdurchhalten"! Muß ich'sbereuen? Wahrscheinlich. Wieder einmal habe ich ge-schwätzt, direkt geredet, theoretisiert, Wurzeln aufgedeckt,mich festgelegt, bloßgestellt, mich gebunden ausgeliefert: ein

Mann, Rede und Antwort

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