sollte nicht mehr leben. — Dder er sagt: Du warst mirFrau und Freund, Geliebte und Trösterin. Zwar warenNot und Gefahren ein Spiel, solange ich dein Dasein imBlute spürte, aber ich liebte deinen Trost, er mundete mir,und so kam ich dir oft mit kleinem Leide. Jetzt, jetzt zumerstenmal wäre ich wahrhaft deines Trostes bedürftig, —und eben jetzt kannst du mir keinen spenden. — — Es istnicht viel mehr. Aber die Schlichtheit erscheint hier alsAusdruck einer Sensibilität des Schmerzes, die nichts heftigerscheut, ja verabscheut als das Interessante, das Artistische,das Geistreiche.
„Doch Wert und Würde, die mir früher galten.
Sind jetzt Gespenster, die mein Herz nicht kennc.
So gaukelt Leid in allerlei Gestalten. . .
Mich kümmert wenig, wie sich jede nennt."
Und dennoch ist auch diese Absage gaukelndes Leid, undwir sinnen über dem Paradoxon der Kunst, die Takle zähltund das Wohlgefällige ausbilöet noch da, wo das Giabnur deshalb verschmäht wird, weil hinterm schweren Lideder Schlummernde die Schlummernde nicht ahnt. Mußnicht die Kunst etwas sehr Natürliches, sehr frei sich Dar-bielendes sein, wenn selbst der Nihilismus des persönlichenKummers, den alle Lebeusreize, und seien es die geistigsten,ekeln, noch ihre Sprache spricht? Die Gefahr dieses jungenSchriftstellers war bisher sein Talent, seine Leichtigkeit.Nun hat das Leben in seiner furchtbarsten und feierlichstenGestalt ihn mächtig angerührt; und wag dem Menschenheute so überaus bitter ist, das wird dem Künstler, denkeich, ein tief ruhender Schatz und eine Duelle der Wahrheitfür immer bleiben.