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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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292
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Die Unterzeichner vorliegenden Aufrufs fassen die Nach-teile dieser nationalen Eigenart nicht weniger fest ins Augeals feine Vorteile. Sie glauben nicht, daß aus dem deut-schen Geistesleben je ein Salon oder eine Kirche werdenkönne, und sind weit entfernt, dergleichen auch nur fürwünfchbar zu halten. Aber sie erachten die Stunde für ge-kommen, eine Probe auf das Mögliche zu machen, einenVersuch zu unternehmen, ob wirklich nur Interessen derberund handgreiflicher Art, oder bis zu einem gewissen Gradeauch die reinsten und geistigsten sich hierzulande als or-ganisierbar erweisen werden; ob gelingen mag, ihnenanschauliche Würde und eine Geschlossenheit und Stoßkraftzu verleihen, die man mit dein heute geläufigsten, hieraber beileibe nicht mißzuversiehenden Workpolitisch"nennen möge.

Der geschichtliche Augenblick scheint einem solchen Ver-such in mehr als einer Hinsicht günstig zu sein und dazuaufzufordern. Das neuerwachte nationale Selbsibewußt-sein, eine Frucht ungeheurer Not und ungeheurer Taten;das Erstarken des Geistes in aller deutscher Kunst; einewachsende Teilnahme der Nation an ihrem Leben; ein Ver-ständnis für Wert und Wichtigkeit der Kunst, das immertiefer in die bildungswilligen, bildungsbegierigen Massendringt; eine weitgehende Grenzöfsnung zwischen ihr undandern GeisteSgebieken, so daß ein musisch gestimmtes Ge-lehrtentum, eine Durchseelung weiter Reiche der Wissen-schaft mit künstlerischem Geiste heute Wirklichkeit istdas sind Gründe positiver Art. Es gibt andere. Das Um-sichgreifen von Materialismus und Geschäftsgeist; ein zu-dringlicher Dilettantismus; die Herrschaft eitler Schlag-worte; der Reklamelärm der Betriebsamen; die ganze