Gedächtnisrede ans Friedrich Huck,
Äas ist ein harter, bitterer Abschied, den wir in dieserStunde nehmen. Wir müssen nnS trennen — im Raumund in der Zeit, wenn auch nicht im Geiste — von einemseltenen Menschen, von einein reinen nnd liebenswertenDichter.
Uns Deutschen ist jene französische Unterscheidung jasreind, welche nur den, der Verse schreibt, einen Poeten,denjenigen aber, der sein Weltbild in Prosa gestaltet, einenöorivLM, einen Schriftsteller nennt, lind doch liegt man-chem unserer Theoretiker noch heute Schillers strengesWort im Blut und im Sinn, wonach der Romanschreibernur der Halbbruder des Dichters wäre. Er mag wenigersein, als das, in gewisser Sphäre. Aber nicht diese Sphärewar es, worin unser Freund atmete, und jede Seite seinesLebenswerkes läßt jene Lehre als unhaltbar und veralteterscheinen. Denn der Autor des „Peter Michel", der„Geschwister" und des „Enzio" gehörte zu den Wenigen,welche den deutschen Roman zur Dichtung zu erhöhen,emporzuläutern, ihm als Kunstgattung die Ebenbürtigkeitmit dem Drama, der Lyrik zu erwirken bestrebt waren undsind. Nicht in programmatischer Absichtlichkeit zeigte er