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Reinheit, Anmut und Strenge. Indern er Künstler winde,hörte er nicht auf, ein Edelmann zu sein; sondern als Künstlerwar er, auf höherer Ebene, nur noch einmal ein Edelmann.Grinsende Fragwürdigkeit und fallsüchtiges Bekennertumwies er aus seiner Sphäre — wenn auch in Unkenntnisnicht über jenes „Andererseits".
Man wird sagen: „Nun, es gibt eine Rangordnung!Er wird hoffentlich gewußt haben, wer Wedekind war undwer Eduard von Keyserling." Sicher wußte er es, doch,denke ich, ohne Devotion. Rangordnung ist sehr gut, aberich glaube, dag Reich der Persönlichkeit ist eine Demokratievon Königen. Ist man überhaupt etwas, so ist man, findeich, außer Vergleich. Meisterschaft ist ein Positiv, derkeine Komparation verträgt; Persönlichkeit hat absolutenRang, und es ist plump, ihr mit Vergleichung zn nahezu treten. Keyserling aber war ein Meister und eine Per-sönlichkeit, — große Worte das zu jeder Zeit und nament-lich heute, wo Schule und GesinnungSorganisation dasFeld behaupten. —
Man wird den Namen Fontanes immer nennen, wennvon Keyserling die Rede ist. Die Aszendenz ist deutlich. Esgibt Stellen bei Keyserling, Dialogstellen zumal, die wört-lich so bei Fontane stehen könnten. Ein Beispiel: AufSchloß Kadullen hat es Irrungen gegeben, einen Einbruchdes Lebens und der Leidenschaft, einen unmöglichen Ausflugder Haustochter ins „Glück", in die „Freiheit". Todes-stille. ,Na yauvrs pstite, ells est perckus." Aus SchloßKadullen leben als höhere Dienstboten ein Herr Post undein Fräulein Demme. Herr Post sagt zu Fräulein Demme:„Man sieht doch, diese sogenannte vornehme Kultur hältnicht stand, es ist doch manches innerlich faul." Worauf