Zum Tode Eduard Keyserlings
(Iraf Eduard Keyserling ist gestorben, der das Schauspiel„Frühlingsopfer" schrieb, der Dichter so hoher, beschei-dener, reiner und unvergänglicher Erzählungen wie „Beateund Mareile", „Wellen", „Bunte Herzen" und „Abend-liche Häuser". Es fehlt viel, daß die Nachricht seines Hin-scheidens uns mit der grotesken Feierlichkeit berührte, dieder neulich empfangenen und empfundenen vom Tode Wede-kinds innewohnke — Wedekinds, mit dem Keyserling zu An-fang seines Aufenthalts hier in München natürlich in per-sönliche Berührung kam, von dessen Person er die seinedann aufs bestimmteste und für immer trennte und überden er denken mochte, wie Fontane über Strindberg: „SolcheGenies sollten gar nicht existieren, und wenn das Genietumso was fordert, so bin ich für Leineweber." Er wird, wiejener, nach einer kleinen Pause hinzugefügt haben: „Es bleibtandererseits wahr, daß man die wichtigsten Aufschlüsse, Be-kenntnisse, Handlungen immer oder doch fast immer denfragwürdigen Personen zu danken hat." Ein bezeichnendes„Andererseits", das ihn nicht hinderte, die menschliche Schei-dung mit jener stillen, aber entschiedenen Handbewegung zu