Der Besuch ist fort, und wieder allein im Zimmer sitztman und sinnt. Wie nach und nach das Leben Beziehungenherstellt, reale Beziehungen zwischen uns und Sphärender Wirklichkeit, denen man ehemals, in schwanker Früh-zeit, nur ein geistiges und mythisches Dasein zuzuschreibengeneigt war. Leben ist Verwirklichung, Realisierung injedem Sinn, und eben hierdurch phantastisch; denn demTräumer dünkt Wirklichkeit träumerischer als jeder Traumund schmeichelt ihm tiefer. Aber auch wie Verrat mutetes uns nicht selten an, zu leben, d. h. wirklich zu werden,— wie Verrat und Untreue au unserer wirklichkeitsreinenJugend. Ja, man war jung, — schwank, rein und frei,voll Spott und Scheu und ohne Glauben, daß Wirklich-keit einem je in irgendeinem Verstände „zukommen" könne.Gleichwohl trug dann das Leben seine Wirklichkeiten heran,eine nach der anderen, kopfschüttelnd entsinnt man sichdessen. Taten geschahen an unserer Seite, Taten vonNächsten, lebensstreng, ungespäßig, fürchterlich endgültig,und wir empörte» uns gegen sie, da wir sie als Verratau gemeinsamer Unwirklichkeit von einst empfanden. Und
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