111
!>tz
-H-
«ltz
cki
ioiüi
»L
Ar
«kc
c»r
x^lÄ
und Mangel an Lebensfülle reden, weil die Nebenpersonenauf Leitmotive gestellt feien und der Gendarm Unke alles„zweideutig" zu finden, Wrschowitz für „Krittick" zu schwär-men und die Prinzessin auf „Pflicht" zu pochen habe. Ein-geräumt, daß die Neigung zu Wortsymbolen wie „zwei-deutig" Altersmerkmal ist, so kann man doch nicht erhei-ternd-wirklicher fein, als Unke, etwa bei feinem Abschieds-besuch auf Schloß Stechlin; und was nun gar Or. Wrfcho-witz mit feiner Leidenschaft für Kritik und seinem puschel-haften Haß auf Niels Gade betrifft, so geht ja die wunder-liche Lebendigkeit dieser Charge bis zum Beängstigenden,und gar nichts Menschlicheres ist zu denken, als das Ge-misch von Lachen, Achtung und Besorgnis, das fein Weseneinstößt.
Man soll auch nicht kommen und lehren, selbst dieHaupt-gestalten blieben schemenhaft, Wolöemar könne ebenso gutMelusine wie Armgard freien, und der Roman lebe vomAussprechen lediglich gedachter Inhalte. Junger Gelehrter,das sind Überspitzungen. Wolöemar könnte sich mit derGhiberti verloben, statt mit Armgard? Gehen Sie doch,das ist vollständig ausgeschlossen. Czako mag sich wundernund sagen: „Er hatte doch schließlich die Wahl!" Uns an-deren aber sollte die Natürlichkeit, Angemessenheit und Not-wendigkeit von WoldemarS Entscheidung denn doch ein-leuchten. Und gedachte Inhalte? Nein, der „Stechlin"lebt nicht von gedachten Inhalten, von dem, was gedachtdarin ist, könnte er nicht leben, — es ist wirklich nicht weiterviel damit. Lebensmusik — das Wort ist schon gefallen.Hohe, heitere und wehe, das Menschliche auf eine nie ver-nommene, entzückende Art umspielende Lebensmusik sind diesePlaudereien, und Dubslavs letzte Tage, nachdem er die