Anzeige eines Fontane-Buches
sollten wir, ohne es recht zu wissen und ungeachtet sonstmißfälligster Umstände, in eine Epoche des guten deutschenBuches eingetreten sein? Ich meine des Buches im engerenSinn und zum Unterschied von der „schönen" Literatur,der Prosaerzählung, die sehr zurücktritt. Man mache einenÜberschlag: Gundolfs Goethe, Ernst Bertrams noch nichtgenug bewunderte Nietzsche-Variationen, Spenglers intellek-tualer Roman vom Untergang des Abendlandes, GrafKeyser-lings philosophische Weltreise, die Krisis der europäischenKultur von Pannwitz — wie wäre es, wenn wir zugäben,daß das ansängt, nach Blüte auszusehen? Wobei es nochdarauf ankäme, eine Familienähnlichkeit und Grundoerwandt-schaft all dieser Bücher und weiterer, etwa noch anzusührender,untereinander nachzuweisen, eine Verwandtschaft, die sichkaum in der Gemeinsamkeit eines Niveaus erschöpft, das alsaltmodisch- und bewahrend-deutsch am knappsten zu kenn-zeichnen wäre. Man ist zu fragen versucht: woher derdeutsche Geist heute das völlig ungedemütigte und un-erschütterte Machtgefühl, die siiperiore Würde und Strengeder Überschau, des Orönens und Werkens nimmt, die ihmin diesen Werken natürlich scheint und eine vollkommene
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