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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
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Sonderbar! Es ist Fontane persönlich, der hier spricht;aber man überlese etwa die fünf letzten dieser Fontane-sähe noch einmal auf ihren Ton und Rhythmus hin (eg isthier nicht vom Inhalt die Rede) und man frage sich, ob manihnen, so persönlich fontanisch sie sind, nicht sehr wohlin einem Fontaneschen Romandialog begegnen könnte.Plaudern nicht Rex und Czako so mit ihrem Freunde Stech-lin, wobei man gern die Frage dahiiistellt, ob preußischeLeutnants je so anmutigen Geistes gewesen sind? DieWahrheit zu sagen, so trifft der Einwand, den Fontanegegen Keller erhebt, wenn eg ein Einwauö ist, ihn selbernicht weniger oder kaum weniger als diesen. Auch er hatdie ganze Gotteswelt seinem Fontane-Ton überliefert; undwer möchte es anders wünschen? Der Einwand ist keinEinwanö, und Fontanes naturalistisch beeinflußte Sültheorieist nicht auf der Höhe seiner Praxis Zwar trägt jeder Stoffseinen Stil in sich, und der Manierist taugt so wenig wieder Glattschreiber. Aber jene stilistische Mimikry, die einenSchriftsteller befähigt, jede Wendung seines Vortrags mitder Atmosphäre der Welt zu erfüllen, die er darstellt, schließtdie Einheit und geprägte Eigenart der stilistischen Persön-lichkeit keineswegs aus. Richard Wagner hak, wie jederKünstler, der diesen Namen verdient, nie zweimal dasselbegemacht und ist in jedem seiner Werke stilistisch vollkommenein anderer. Das hindert nicht, daß er an einer einzigenZeile, einem einzigen Takt aus irgendeinem seiner Werkeals ganz er selbst zu erkennen ist. Die Sache ist die, daß derKünstler zwar nicht selber redet, sondern die Dinge redenläßt, daß er sie aber auf seine persönliche Art reden läßt.Und nochmals: wer möchte wünschen, daß Fontane esanders gehalten hätte?