„etablierten Mächten", sondern hielt es für töricht, mit derMenschheit überhaupt, mit Beifall, Zustimmung, Ehre»zu rechnen, als ob damit etwas getan wäre. „Wir müssen,"sagt er, „vielmehr lmsere Seele mit dem Glauben an dieNichtigkeit dieser Dinge ganz erfüllen und unser Glückeinzig und allein in der Arbeit, in dem Betätigen unser selbstfinden"; und was etwa noch den Reichtum betrifft, so gingseine Geringschätzung dieses GlückSmitkels gelegentlich biszum Mitleid. „Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenstum. Je älter ich werde, je tiefer empfinde ich, soll heißen:je schärfer beobachte ich den Fluch des Goldes. Es scheintdoch fast wie göttlicher Wille, daß sich der Mensch sein täglichBrot verdienen soll, der Minister natürlich anders als derTagelöhner, aber immer Arbeit mit bescheidenem Lohn.Ererbte Millionen sind nur Unglücksquellen, und selbst diereichen Philanthropen sind elend, weil das Studium derNiedertracht und Undankbarkeit der Menschen ihnen ibrTun verleidet." Immerhin: sein Verhältnis zum Reichtumgroßen Stils war Neidlosigkeit, nicht Verachtung, und wenner für seine Person wohl dem Satze Silvio Pellicos zu-stünmte, daß jene Lage, die zwischen arm und reich in derMitte liegt und also die Kenntnis beider Zustände leichterinacht, am geeignetsten ist, das Gemüt der Menschen zubilden, so nötigte doch sein Dichtersinn für Größe ihm,ähnlich wie es bei Heine den Rothschilds gegenüber derFall war, für großartigen Reichtum ästhetische Bewunderungab. „Wirklicher Reichtum," schreibt er an seine Tochter,„imponiert mir oder erfreut mich wenigstens, seine Er-scheinungsformen find mir im höchsten Maße sympathisch,und ich lebe gern inmitten von Menschen, die fünftausendGrubenarbeiter beschäftigen, Fabrikstädte gründen und
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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
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