Druckschrift 
Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

Leute, die kommen und wissen wollen, ob sieTalent"haben, für all die vom Schlage des armen Wechsler, derJuli gg begraben wurde und über den Fontane an Roden-berg schrieb:Solche Existenzen machen immer einen tra-gischen Eindruck aus mich, aber die Empfindung ist nichtrein. Es mischt sich so viel anderes mit hinein: ,Warumblieb der Schöps nicht hinter seinem Ladentisch?^ und soweiter. Es klingt hart, besonders ans dem Munde eines,der selber hinter dem Ladentisch gestanden, lind doch Hab'ich recht." Der so nüchtern Gesinnte muß, trotz demDrippeln", seines Berufes im Innern sehr sicher gewesensein, da er den Ladentisch der Roseschen Apotheke verließ.Oder hat er's gemacht wie wir alle, die wir, auf Glückoder Untergang, ja, gleichgültig gegen beides, einst irgend-eine Art Ladentisch verließen und uns dem Geist und demWort ergaben, wie junge Leute früher zum Kalbsfell schwuren,ans Indolenz, Leichtsinn und bürgerlicher Unmöglichkeit?Er wußte jedenfalls, daß,auch als er schon etwas war,ja, aus einem ganz bestimmten Gebiete (Ballade) an derTete marschierte," sehr viele über ihn dachten und sprachenwie er über den armen Wechsler.

Sein Leben, sein glanzloses, bedrücktes Leben, ist in denBriefen beiläufig skizziert.Ohne Vermögen, ohne Familien-anhang, ohne Schulung und Wissen, ohne robuste Gesund-heit bin ich ins Leben getreten, mit nichts ausgerüstet alseinem poetischen Talent und einer schlechtsitzenden Hose.(Auf dem Knie immer Beutel.) bind nun nialen Sie sichaus, wie mir's dabei mit einer gewissen Naturnotwendigkeitergangen sein muß. Ich könnte hinzusetzen, mit einer gewissenpreußischen Notwendigkeit, die viel schlimmer ist als dieNaturnotwendigkeit. Es gab natürlich auch gute Momente,