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wird, ja, ich wundere mich, daß bei den neuesten Be-ratungen noch niemand darauf verfallen ist, sich ihrer an-zunehmen. Sie gehört durchaus ins Bereich dessen, wasman heute will. Sie würde die bürgerliche Persönlichkeitder Schauspieler zurückdrängen, sie würde zur Veredelung,Entrückung, Vergeistigung, Stilisierung, Reinigung derSzene — mit einem Worte dazu beitragen, das ästhetischeNiveau des Theaters zu erhöhen. Ein Drama, ein Theater,das nach dem Dekorativen, Typischen, Symbolischen trachtet(und dieses Trachten ist vorhanden), muß irgend wie undwann einmal aus die Maske zurückkommen . . .
Ich breche ab . . . nicht ohne Hoffnung, durch die Wen-dung, die ich meinem Dortrag am Ende gegeben, oder dieer vielmehr genommen hat, den Leser mit mancher Anzüg-lichkeit und Paradoxie versöhnt zu haben, die ich mir vor-dem in bezug auf dag Theater habe zuschulden kommenlassen. Ich habe eine Lanze gebrochen für den europäischenRoman, als dessen Sohn und Diener ich mich fühle, eineLanze gegen das Theater, beinahe auch gegen das Drama,indem ich einer Ästhetik, die dem dramatischen Kunstgeistvor dem epischen den Vorrang zu sichern noch immer sichversteift, für meine Person den Glauben kündigte. Daßnicht puritanische Sinnenseindschast mir die Feder führte,daß ich bei alledem nichts weniger als ein Feind des Theatersbin, möge man glauben: Wirklich wüßte ich, persönlich ge-sprochen, keine bessere Art, den Abend zu verbringen, alsmit dem Genuß eines geistreichen Schauspiels. Ich schmäheund verschmähe das Theater nicht, im Gegenteil, ich meinees zu erheben, wenn ich sage, daß ihm für mein Gefühletwas Glücklich-Anachronistisches anhaftet, wodurch es, alsein Kultur-Überrest, fast außerhalb unserer modernen