Unterhaltung und Erhebung des Volkes sich wieder bewußtwerden, und ob es nun wirklich die Möglichkeiten zu einerso ehrwürdigen Zukunft, wie wir sie andeuteken, in sichträgt oder nicht: fast gewiß ist, daß dem Volkstheater dieZukunft gehört. Ein Work denn zum Schluß über dieses.
Daß der Romantiker und Königsfreund Richard Wagnercs war, der die Demokratisierung des ZufchauerraumeS,feine Nivellierung (wenn das Bild erlaubt ist) zum Amphi-theater zuerst in Deutschland — zuerst in der ganzen Welk! —wieder vollzog: das gehört zu den lebensvollen, die Kate-gorien verwirrenden, die Antithesen aufhebenden Tatsachen,an denen der freie Geist seine Freude hat. Wie sollte dennaber auch der Dramatiker und Theatraliker großen Stilsje etwas anderes sein können als romantischer Demokratin dem Sinne, wie Wagner es in den „Meistersingern"ist, — da ja das ideale Theaterpublikum gar nicht andersdenn volkhast, volkstümlich-einheitlich, volkstümlich-emp-fänglich in seiner Seele auch für das Höchste und un-verbildet-amüsabel zu denken ist — kurz, als das Volks-Publikum, daS Hebbel meinte, als er aussprach, daß unsermodernes Theater zwar von jeher nur Unterhaltungsmittel,nur Zeitvertreib gewesen, daß aber, solange es Zeitvertreibdes Volkes, „des wirklichen, wahren" Volkes bleibe, esnicht verloren sei.
Verloren, in der Tat, scheint das Theater erst, seitdemes zum Zeitvertreib der Bourgeoisie geworden, welchedie anti-romantische, die unvolkstümliche Demokratie rechteigentlich repräsentiert, und zu welcher Bürgertum sichverhält wie das „wirkliche, wahre" Volk zur modernenMasse. Daß Wagners Theater, daß Bayreuth vom bour-geoisen Pöbel, i. e. vom internationalen Reisepublikum