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Rede und Antwort : gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze
Entstehung
Seite
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Daß man zu einem Novelli nicht der Stücke wegen, nichtaus irgendeinem literarischen Interesse geht, brauchte nichtfestgestellt zu werden. Aber die Frage ist, wieviele Leuteüberhaupt eines Stückes wegen und um einen Dichter zuhören in das Theater gehen. Die Frage ist, ob nicht, selbstheute und trotz allem Bildungs-Snobismus, in der erfreu-lichsten Weise die Zahl derer überwiegt, welche einfachkommen, um Theater spielen zu sehen, in aller Unverdorben-heit sich des Schauspiels als eines Schauspiels freuen undsich um das besondere Verdienst, das irgendein unsichtbarerVerfasser" etwa an der Gesamtoeranstalkung haben möchte,gar wenig kümmern. Man liest zuweilen in den Theater-berichten der Zeitungen, der Beifall des Publikums habeder Vorstellung", nicht dem Stücke gegolten (das Um-gekehrte lieft man bemerkenswerterweife nie) und manfragt sich, woher der Reporter das eigentlich weiß. DerMehrheit des Publikums ist das Schauspiel gottlob nochimmer ei» Ganzes; das einzig Wirkliche, die eigentliche Kunst-leiftung sieht diese gesunde Mehrheit in der Vorstellung,der Aufführung, und sie ist weit entfernt,das Stück" davonabzuziehen und, während sie es nirgend sonst tut, aus-gemacht im Theater Literatur zu treiben. Freilich, die Lite-ratur ist eine Macht; sie hat sich des Theaters nicht alleindurch die Produktion, sondern auch aus kritischem Wegebemustert. Die literarische Theaterkritik hat das Publikumerzogen", sie hat es mit allen Mitteln des Geistes ein-geschüchterk und ihm ein tiefes Mißtrauen gegen alle thea-tralische Wirkung ins Blut geimpft. Das moderne Bühnen-stück darf ja nicht eigentlich bühnenfähig sein; eine sublimeUnkauglichkeit muß eg als Dichterwerk kennzeichnen. Nichtssieht mehr in Mißkredit, nichts kompromittiert heute mehr