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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
Seite
43
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Castrtlmr.

Frau Gräfin, Gräfin nehmet Euch in Acht!Kunigunde.

Doch ficht die Eselsohren man, die langen.

Castellan.

O prahlt nicht so in stolzer Herrlichkeit,

Wer seid Ihr denn! nur noch der Burgfrau Schatten,Kein Diener horcht dem Wort mehr, das Ihr beut,

Seit man erfuhr den Tod des stolzen Gatten.

Kunigunde.

Wer, Schurke, hat die Lügenpost gesandt?

Der Mönch und Sänger waren Deine Boten.

Logen den Grafen erst in's heil'ge Land,

Und möchten lügen ihn jetzt zu den Todten.

Lastrttan.

Mein Herz, je stolzer Ihr es weist zurück,

Je wilder drin die Gier, Euch zu besitzen.

Mein ist die Macht, mein ist der AugenblickUnd mein der Wille, Beide zu benützen.

(Er dringt auf Kunigunde ein, sie weicht bis an's Fenster zurückund richtet sich stolz auf. Es ertönt ein Trompetenstoß.)

C asielllM (für sich).

Ha, wohl ein Nachbar zum Besuch aufs Schloß,

Kann mit dem Mönch und mit dem Sänger zechen.

Gut, daß bestellt' ich unten bei dem Troß,

Ich sei für Niemanden jetzund zu sprechen.

Nun vorwärts denn, und komm, was kommen mag!

(Laut)

Sei mein freiwillig, stolze Kunigunde,

Sonst warst Du mein, eh' noch der letzte SchlagDer Thurmuhr schlug die gegenwärt'ge Stunde.

(Der Graf erscheint mit Zuleika unbemerkt.)