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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
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Da wir, Kameelcn gleich im Wüstensand.

Ha, wenn ich denk', auf unsrer eig'nen BurgSitzt jetzt vielleicht das Pack und schwelgt in Wonnen,Frißt sich durch unsre Speisekammer durchUnd säuft im Keller unsre besten Tonnen.

Und uns klebt hier die Zunge fest am Gaum,

Selbst ein Schluck Wasser ist nur 'n schöner Traum.

Gleichen.

Still Christian mäß'ge Deinen Knappenzorn,

Hier handelt's sich um's Heil von unsrer Seele,

Wir waten hier im ew'gen Gnadcnborn,

Und Du denkst immer nur an Bauch und Kehle.

Christian.

Ach, gnäd'ger Herr, wir waten hier im Sand,

Und nirgends hör' ich einen Born sich regend

Und unser Schwitzen hier im Sonnenbrand,

Es ist das einz'ge Naß in dieser Gegend.

Gleichen.

So geh' und schau, ob findbar nicht ein Quell

Ich werd' erwarten Dich an dieser Stell'.

Christian.

Ach, während heim des Rheinweins Quellen fließen,

Hier selbst nach lump'gem Wasser suchen müssen!

(Christian ab.)

Gleichen (allein).

Der Knapp' hat Recht und könnt' an's Fell ich Euch^Ihr, Mönch und Sänger, solltet an mich denken

Doch jetzo geht's uns hier an's eigne Zeug

Wer grübelt da, wie and're Leut' zu henken!

Nur Muth, was ist ein echter Rittersmann,

Der lebt in Saus und Braus bei guten Tagen,

Sitzt man im Keller, frisch an's Spundloch, dannMag's stromweis fließen durch den durst'gen Kragen,

Doch gilts dann auch im trocknen Wüstensand,

Die Stirne hoch und kampfbereit die Hand!