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Graf von Gleichen : dramatisches Rittermährchen in vier Aufzügen
Entstehung
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Castellan (für sich).

O, soll ich stets in würdeloser FrohnUm diese Reize nur von Ferne schweifen?

Das Glück ist der Beherzten SchutzpatronDie Welt ist dem, der sic versteht zu greifen!

(Er sinkt auf ein Knie nieder. Laut:)O, Gräfin!

Kunigunde (sich umwendend).

Auf den Knie'n der Castellan?

Hat wieder wohl in seines Hirnes DäselIm Hausgehalt eine Eselei gethanUnd bittet um Pardon, er alter Esel?

O, Gräfin!

Castellan.

Kunigunde.

Hör er, Alles hat sein Maaß,

Will ewig er auf meine Nachsicht pochen?

Er weiß, im Haushalt kenn' ich keinen Spaß,Gnade ihm Gott, wenn er etwas zerbrochen!

Castellan.

O, Gräfin!

Kunigunde

(plötzlich aufhorchend, ohne sich weiter um den Castellan zu kümmern).

Horch, den Schloßbcrg sprengt's hinan!

Klingt das nicht, wie das Wiehern müder Roste?

(Ein Trompetenstoß im Hofe. Wieder an's Fenster springend.)Er ist's, mein Kuno ist's, mein Rittersmann,

Mein Herr, mein Liebster ist's, mein Eh'genoste!

(Sie schwenkt mit dem Taschentuch.)

O sieh dies Liebeszeichen,

Mein Gras aus, von und zu und ohne Gleichen!

Castellan (aufstehend für sich).

Das nenn' ich einmal abgeblitzt, wie nie,

Hat man wohl je so schnöde Art gesehen?

Nun wenigstens lag vor ihr auf dem Knie,