unserem Fall eine Akademische Vereinigung für medi-zinische Psychologie, nicht einen ihres Zeichens, einenMann der Wissenschaft bestellt, damit er den hohenTag ihres Meisters im Worte begehe, sondern einenDichter, das heißt also doch einen Menschengeist, derwesentlich nicht auf Wissen, Scheidung, Einsicht, Er-kenntnis, sondern auf Spontaneität, Synthese, aufsnaive Tun und Machen und Hervorbringen gestellt istund so allenfalls zum Objekt förderlicher Erkennt-nis werden kann, ohne seiner Natur und Bestimmungnach zu ihrem Subjekt zu taugen? Geschieht es viel-leicht in der Erwägung, daß der Dichter als Künstler,und zwar als geistiger Künstler, zum Begehen geisti-ger Feste, zum Festefeiern überhaupt berufener, daßer von Natur ein festlicherer Mensch sei als der Er-kennende, der Wissenschaftler? — Ich will dieser Mei-nung nicht widersprechen. Es ist wahr, der Dichterversteht sich auf Lebensfeste 5 er versteht sich sogarauf das Leben als Fest — womit ein Motiv zum ersten-mal leise und vorläufig berührt wird, dem es bestimmtsein mag, in der geistigen Huldigungsmusik diesesAbends eine thematische Rolle zu spielen. - Aber derfestliche Sinn dieser Veranstaltung liegt nach der Ab-sicht ihrer Veranstalter wohl eher in der Sache selbst,das heißt: in der solennen und neuartigen Begegnungvon Objekt und Subjekt, des Gegenstandes der Er-kenntnis mit dem Erkennenden, — einer saturnali-schen Umkehrung der Dinge, in welcher der Erken-
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