162Das XXXII CapitelUnd es macht uns so arm und so kleindaß wir uns / nach unserm Verlangennicht gnug neigen und beugen können un-ter alle Creaturen.Ja es macht auch ruhen und stille ſeytalles fremde wircken / vor der Gegenwartseines Angesichts. Deßwegen fordertgar sehr / daß unser Angesicht gleichfal-dem seinen sol antworten / damit einstim-men / und sich mit demselben vereinigenund also seiner theilhafftig werden.Em4. Derhalben so offt als derVatter / würcklich= und befindlichersein Wort in uns spricht oder gebieret:muß die Seele und alles andere schwei-gen / (i) und von seinem wircken ruhen-und müssen da bleiben / wo sie sind und seynmüssen.Wolte jemand fragen / wie sich ein solcherVorMensch verhalte / in den mancherleyfällen und Begebenheiten / die entwedermit oder wider ihn sind / ob dann etwa seinGemüth / nach dem ihm die Dingegegnen / auch hin und her wancke?antworten wir / nein / weil er von dem Lich-(1) Jnwendig muß Stille und Ruhe seyn.
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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