Vor=Rede des übersetzers.11. GOTT ist ein freudiges / zufrie-denes und wonnesames Wesen: trachtederhalben auch einen fiers freudigen undfriedsamen Geist zu bekommen; meydealles ängstliche sorgen / Verdruß / mur-ren und Traurigkeit / welches das Ge-muͤt verdunckelt und dich untuͤchtig machtzum Umgang mit GOTT; kehre dichsanffte davon ab / wann du dergleichenetwas in dir gewahr wirst; dein Hertzsey fremd und verschlossen aller Welt undCreatur / aber gantz gemeinsam und offengegen GOTT; habe ein recht gestrengesAuge auff dich selbst / (auff deine böse Lüste /selbst-Liebe und eigen-Willen) aber gegenGOtt seye recht frey / kindlich / liebreich /und vertraulich, sehe Ihn an als deinenHertzens=Freund / und dencke nichts alslauter Gutes von Ihm; laß alles ausser dirdrunter und drüber gehen; laß dein Leib inCreutz und Schmertzen / und deine Seelein Durre und Leyden seyn / nur dein Geistbleibe von dem allen unberührt / stille undheiter / erhaben über die zufälle aller dingen /und vergnügt in und mit seinem GOTTvon innen / und mit seinem Wohlgefallen12.von aussen.
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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