66 Des I Buchs 22 CapitelElend / dieweil wir aber durch die Sündtunsere Unschuld verlohren haben / so habenwir uns auch der wahren Seeligkeit ver-lustig gemacht.Darum müssen wir gedultig seyn / undauff GOttes Barmhertzigkeit warten / bisdieses Unglück fürüber gehe / und die sterb-lichkeit von dem Leben verschlungen werdt.6. Wie groß ist die menschliche Schwach-heit / die allezeit zur Sünde geneigt ist!Heute bekennest du deine Sünden / undmorgen vollbringest du die bekan̄te Sün-den wieder. Jetzt nimmst du dir vor dich vorSünden zu huten / und über eine Stundeso thust du sie / gleich als wann du dir nichtvorgenommen hättest.Weil wir nun so schwach und unbestän-dig seyn / sollen wir uns billig demütigenund nimmer was Grosses von uns selbsthalten.Durch Unachtsamkeit kan auch gar baldverschertzet werden / welches man mit großser Mühe / durch Gnade / kaum endlich er-langet hatte.7. Was wird noch zuletzt auß uns werdenda wir so frühe schon träg und faul seyn?Weh-
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Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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