von der Nachfolge Christi.schet ist / so ist ihm die gantze Welt bitterund zur Last.Ein frommer Mensch findet Ursachgnug zu weinen und zu trauren / dann esseye / daß er sich selbst betrachtet / oder daßer an seinen Nächsten gedencket / so erken-net er / daß niemand allhie ohne Trübsallebet / und je genauer er sich selbst betrachtet /desto mehr trauret er.Die Ursach unserer billigen Traurigkeitund inwendigen Schmertzens / sind unsereSünden und Untugenden / in denen wiralso verwickelt liegen / daß wir selten himm-lische Dinge beschauen können.5. Gedaͤchtest du öffter an dein Ster-ben / dann an dein langes Leben / du wür-dest dich ohne Zweiffel ernstlicher bessern.-Bedächtest du auch hertzlicher die Hölle,und künfftige Pein / so würdest du gern,alle Mühe und Trübsal leyden / und dich,nicht fürchten vor einiger Strenge und-Widerwärtigkeit.-Dieweil uns aber dieses nicht zu Hertzengehet / und wir die Schmeichelungen nochlieb haben / so bleiben wir so kaltsinnigund so gar träge.6. EsC
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
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61
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