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Achtung, Europa! : Aufsätze zur Zeit
Entstehung
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weitaus am ehesten unsere Sympathie und unser er-barmendes Verständnis erregen kann.

Die Glückserfahrung des Dispenses vom Ich, derEnthobenheit aus aller Selbstverantwortung, gehörtdem Kriege an, und wenn ich vom modernen, vomgegenwärtigen Menschen spreche, so sind wir wohleinig, darunter den Nachkriegseuropäer zu verste-hen, den Typ, der durch den Krieg hindurchgegan-gen oder in die Welt hineingeboren ist, die er zu-rückgelassen hat. Wir sind geneigt, den heutigenWeltzustand in wirtschaftlicher wie in geistiger undmoralischer Beziehung als das Ergebnis des Kriegesaufzufassen - und gehen darin vielleicht zu weit.Die ungeheueren Verwüstungen äußerer und inne-rer Art, die er angerichtet, stehen außer Zweifel;aber der Schöpfer unserer Welt ist er nicht, sondernhat nur verdeutlicht, verstärkt und auf die Spitze ge-trieben, was vorher schon da war. Der unglaubwür-dige Kulturschwund und moralische Rückschrittgegen das 19. Jahrhundert, den wir wahrheitsgemäßfestzustellen haben, ist nicht das Ergebnis des Krieges,wie sehr ihn dieser auch gefördert haben möge, son-dern war vorher in vollem Gange. Er ist eine säku-lare Erscheinung, bedingt in erster Linie durch dasHeraufkommen und die Machtergreifung des Mas-senmenschen, wie Jose Ortega y Gasset es in seinemBuchLa rebelHon de las massas mit großem Glanzgeschildert hat.

Es ist eine tragische Einsicht, daß die Generositätdes 19. Jahrhunderts, dieser in ihrer Produktivität ge-

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