würde, war eine Erscheinung von ungeheuerer, das Euro-päische resumiererider, kultureller Fülle und Komplexität,welche vieles Vergangene in sich auf genommen hatte, dassie in mehr oder weniger bewußter Nachahmung und Nach-folge erinnerte, wiederholte, auf mythische Art wiedergegenwärtig machte, und ich zweifle nicht, daß der großeLiebhaber der Maske des hamletischen Zuges in dem tragi-schen Lebensschauspiel, das er bot — ich möchte fast sagen:das er veranstaltete — wohl gewahr war. Was mich, denergriffen sich versenkenden Leser und „Betrachter" dernächstfolgenden Generation, betrifft, so habe jch diese Ver-wandtschaft früh empfunden und dabei die Gefühls-
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mischung erfahren, die gerade für das jugendliche Gemütetwas so Neues, Aufwühlendes und Vertiefendes hat: dieMischung Von Ehrfurcht und Erbarmen. Sie ist mir niemalsfremd geworden. Es ist das tragische Mitleid mit einer über-lasteten, über-beauftragten Seele, welche zum Wissen nurberufen, nicht eigentlich dazu geboren war und, wie Ham-let, daran zerbrach, mit einer zarten, feinen, gütigen, liebe-bedürftigen, auf edle Freundschaft gestellten und für dieEinsamkeit gamicht gemachten Seele, der gerade dies:tiefste, kälteste Einsamkeit, die Einsamkeit des Verbrechers,verhängt war, mit einer ursprünglich tief pietätvollen, ganzzur Verehrung gestimmten, an fromme Traditionen gebun-denen Geistigkeit, die. vom Schicksal gleichsam an den Haa-ren in ein wildes und trunkenes, jeder Pietät entsagendes,gegen die eigene Natur tobendes Prophetentum der bar-barisch strotzenden Kraft, der Gewissensverhärtung, desBösen gezerrt wurde.
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