zuführen. Die Vorhersage jenes Briefes, man werdeDeutschland den Krieg „nicht erlauben“, bewahrheitetesich, - aber freilich auf eine ungeahnt fürsorglicheWeise. Hitlern wurde nicht erlaubt, den Fascismus zuruinieren: ohne „Gewalt“ erhielt er alles, wofür Gewaltanzuwenden sein Untergang gewesen wäre. Unter dembetörten Jubel der vor Glück und Erleichterung wei-nenden Völker kehrte das Böhmerland heim in einReich, zu dem es nie gehört hatte, wurden der deut-schen Diktatur tschechische Gebiete „mit mehr als 50Prozent deutscher Bevölkerung“ ausgeliefert, - einge-rechnet die deutschsprachigen Demokraten, Sozialistenund Juden, denen es nun gräßlich ergehen würde. Er-barmungslos, ungerührt von zehntausendfachem Men-schenelend, von dem Seelenzustand einer tapferen undgläubigen Nation, die für ihre Freiheit und für die Frei-heit überhaupt zu kämpfen bereit gewesen war, und vondem Schicksal des deutschen Volkes selbst, seiner geisti-gen und moralischen Zukunft, wurde dem Gestapo-Staatein ungeheuerer, ihn auf unabsehbare Zeit befestigenderErfolg zugeschanzt, die demokratische Festung im Osten,die tschechoslovakische Republik vernichtet und be-wußt zu einem geistig gebrochenen Anhängsel des Na-tionalsozialismus gemacht, die kontinentale HegemonieHitler-Deutschlands besiegelt, Europa in die Sklavereiverkauft. Das Entgelt war dieser Friede.
Man hat gesagt, der europäische Friede nach 1918habe nicht gedeihen können, weil seine Grundlage, derVertrag von Versailles, unsittlich gewesen sei. Wer so
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