Druckschrift 
Dieser Friede
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

Genie desFührers bestehe im Warten können. Erwollte garnicht warten, England, als Gouvernante,hatte seine liebe Not, ihn dazu anzuhalten. Der Som-mer verging mit der Zubereitung des heiklen Falles;dann war man so weit, den Völkern vormachen zukönnen, es gelte entweder die Tschechoslovakei zuopfern oder die Welt in den fürchterlichsten allerKriege zu stürzen.

Es war ein nichtswürdiger Betrug. Die Kriegsfurcht,das Friedens verlangen der Völker ist ausgebeutet wordengenau wie ihr schlechtes Gewissen ob des Vertrages vonVersailles. Planmäßig hat man sie in Todesangst ge-stürzt und mit ihrem Hoffen und Bangen von Stundezu Stunde ein abscheuliches Spiel getrieben. Nie gab esjene Alternative. Nie war der Friede nur durch denVerrat, durch Preisgabe der Ehre und dadurch zuretten, daß man Frankreich zu einem bündnisunfähigenund ausgelieferten Lande machte. Der Friede war ein-fach und mit vollendeter Sicherheit dadurch zu retten,daß die westlichen Demokratien, der moralischen Unter-stützung Amerikas gewiß, mit Rußland zum Schutzedes tschechoslovakischen Staates entschlossen zu-sammenstanden. Und wirklich schien es einen Augen-blick, als ob eine internationale Volksbewegung die kor-rupten Regierungen zu dieser ehrenhaften Art vonFriedenswahrung zwingen wollte. Nie vergesse ich denZustimmungsjubel der zwanzigtausend Menschen inMadison Square Garden, als ich sagte:Für die bri-tische Regierung ist es zu spät, den Frieden zu retten;

21