Frankreich formal-juristisch gezwungen gewesen wäre,der verbündeten Republik zu Hilfe zu kommen, - daßer aber ohne Krieg alles haben sollte, was er begehrte.Wahrscheinlich hat er es später gemerkt als wir alle;denn es scheint, daß die Warnungen der Goering undMussolini nötig waren, ihn in den letzten September-tagen davon abzuhalten, blind und blöde in sein Ver-derben zu tappen: nämlich in den Krieg, den man ihmgarnicht zumutete, und in die Niederlage, vor der manihn liebevoll zu behüten gedachte.
Dieser große Mann ist von der pro-fascistischen eng-lischen Staatskunst gegängelt worden, daß es ein Ge-lächter ist, - gegängelt zu seinem Heil. Mit Recht über-zeugt von Englands „gutem“ Willen hatte er im Maigeglaubt, die Tschechoslovakei einfach überfallen zudürfen; zu seiner Wut und Verblüffung hinderte manihn daran, er wußte nicht, in wie guter Absicht. So ginges denn doch nicht, er führte ja täppisch den Bündnis-fall herbei, die Tschechoslovakei im Stich zu lassen,wenn ihr direkte Waffengewalt angetan wurde, hättegeheißen, der Völkermoral etwas viel zuzumuten, dieBundestreue der Demokratieen etwas zu stark zu kom-promittieren. Verrat war zu üben; aber im Kriege, der derbuchstäbliche „unverschuldete Angriff“ war, konnte eranstandshalber nicht geübt werden. Es gibt nicht-buchstäbliche Formen des Angriffs und des Verrates,bei denen sich das Gesicht wahren läßt. Das Ding wolltegedreht, wollte für Europa gar gekocht sein, es wollteein paar Monate Weile haben. Man hat gesagt, das
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