scheint mir müßig. Das Geschehen, wie es als Verratund Untat aus entsittlichter und lügenhaft-überflüssigerFriedensliebe sich darstellte, hat zuviel innere Folge-richtigkeit, es wurzelt zu tief in einem halb unbewußten,aber entschlossenen - unserer Überzeugung nach un-glücklichen und verderblichen - europäischen Gesamt-willen, dessen klassisch-hypokritische Funktionäre dieenglischen Staatsmänner waren, als daß man es nichtfür europäisch konstituierend halten müßte, auf Jahr-zehnte hinaus. Und jene Gesinnung, die es anders, esbesser und menschlicher mit der Entwicklung der Dingein Deutschland und in Europa meinte, ist ebenso ver-raten, verkauft und geopfert worden, wie das tapferekleine Land, das dem deutschen Fascismus auf seinemMarsch zur europäischen Hegemonie im Wege war.
Sind also Äußerungen dieser Gesinnung, wie sie derhier vorliegenden Schrift vorangingen, sind Bekennt-nisse und soziale Bemühungen, wie sie die Zeit in alldiesen Jahren auch dem Verfasser auferlegte, nun alsüberholt und entwertet, als von der Geschichte wider-legt und Lügen gestraft zu betrachten? Können sie demWillen überhaupt nicht mehr, sondern nur noch derEinnerung dienen? Oder bleiben sie vielleicht mit dem,was wahr ist für das Abendland, ob es auch nicht alle-zeit wirklich sein muß, rein genug verbunden, daß siebehilflich sein könnten, den Sinn dafür da und dortwach zu erhalten, und daß eines Tages das Licht vonAnkündigungen der Auferstehung auf sie fallen könnte?Ich weiss es nicht. Gewiß ist, daß sie keine Lektüre für
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