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Ein Briefwechsel
Entstehung
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trösten, daß Sie schon längst nicht mehr weiter gelesenhaben, entsetjt von einer Sprache, deren man in Deutsch-land seit Jahren entwöhnt ist, voll Schrecken, daß jemandsich erdreistet, das deutsche Wort in alter Freiheit zuführen. Ach, nicht aus dreister Ueberheblichkeit habeich gesprochen, sondern aus einer Sorge und Qual, vonwelcher Ihre Machtergreifer mich nicht entbinden konn-ten, als sie verfügten, ich sei kein Deutscher mehr; einerSeelen- und Gedankennot, von der seit vier Jahren nichteine Stunde meines Lebens frei gewesen ist und gegendie ich meine künstlerische Arbeit tagtäglich durchzu-setjen hatte. Die Drangsal ist groß. Und wie wohl auchein Mensch, der aus religiöser Schamhaftigkeit den ober-sten Namen gemeinhin nur schwer über die Lippen odergar aus der Feder bringt, in Augenblicken tiefer Erschütte-rung ihn dennoch um lebten Ausdrucks willen nicht ent-behren mag, so lassen Sie mich da alles doch nichtzu sagen ist diese Erwiderung mit dem Stoßgebetschließen:

Gott helfe unserm verdüsterten und mißbrauchtenLande und lehre es, seinen Frieden zu machen mit derWelt und mit sich selbst!

Küsnacht am Zürichsee, Neujahr 1936/37.

Thomas ZMann.

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