Aber frei von jeder Zeitgewalt,
Die Gespielin seliger Naturen,
Wandelt oben in des Lichtes FlurenGöttlich unter Göttern die Gestalt “
Dieser war schon erstanden. Der Schmach der Materie ent-rückt, umflossen von männlicher Idealität, idealischer Männ-lichkeit, kühn, feurig und sanft, mit dem Heilandsblick, denSternen das königliche Antlitz weisend, so war sie in dieserStunde der Grablegung schon — und für immer — der vertrau-lichen Liebe ihres Volks, der Rührung der Menschheit in Ver-klärung aufgerichtet. Sie zu feiern, diesem in Lichtesspurenwandelnden Beglückergeist zu huldigen sind war versammelt—und wie denn nun? Wer bin ich, daß ich das Wort führen sollzu seinem Preis, vor meinen Augen die Gebirge kundiger Er-örterungen seines Lebens und Bildens, welche in anderthalbJahrhunderten die gelehrte Forschung auf getürmt hat? Es istwahr: ganz scheu und verlegen, ganz unwürdig, sich solchemGeiste festlich zu gesellen, darf kein Künstler sich fühlen, denndieser Geist war und ist die Apotheose der Kunst. Er hat sieverherrlicht in glänzenden Taten und dazu in hoch-gewähl-ten, hoch-genauen Worten, in denen noch der Letzte seinerGattung die eigene Not, das eigene Glück mit bescheidenemStolze wiedererkennt.
„Wenn, das Tote bildend zu beseelen,
Mit dem Stoff sich zu vermählen,
Tatenvoll der Genius entbrennt,
Da, da spanne sich des Fleißes Nerve,
Und beharrlich ringend unterwerfeDer Gedanke sich das Element.
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