Er riet mir, meinen Wallungen zu gebieten. Dass er vier-zig werde, meinte er, sei am Ende Mahnung genug, den Anschlussnicht zu versäumen. Ich mochte nicht weiter fragen und wür-de ja sehen. Mir selbst verbarg ich nicht die Freude darü-ber, dass sein Vorhaben die Lösung aus der elbischen Bindungan Schwerdtfeger bedeutete, und gern wollte ich es als be-wusstes Mittel dazu verstehen. Wie der Geiger und Pfeifferseinerseits sich dazu verhalten werde, war eine Nebenfrage,die wenig Beunruhigendes hatte, da jener am Ziel seines knä-bischen Ehrgeizes war und sein Konzert dahinhatte. Nachseinem Triumph dachte ich ihn mir bereit, imHeben AdrianLeverkphns wieder einen vernünftigeren Platz einzunehmen.
Was mir im Kopfe herumging, war nur Adrians seltsame Art,von seiner Absicht zu sprechen, als hinge ihre Verwirklichungallein von seinem Willen ab, und als habe man sich um dieZustimmung des Mädchens garnicht zu sorgen. Wie bereit warich, ein Selbstbewusstsein zu bejahen, das nur wählen, nurdas Wort seiner Wahl sprechen zu dürfen glaubte! Und dochwar ein Zagen in meinem Herzen ob der Naivität dieses Glau-bens. die mir selbst als ein Ausdruck der Einsamkeit und
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Fremdheit erscheinen wollte, die seine Aura bildeten und michwider 'Willen zweifeln Hessen, ob dieser Mann geschaffen sei,Frauenliebe auf sich zu ziehen. Wenn ich mir alles gestand,bezweifelte ich sogar, dass er selbst im Grunde an diese Mög-lichkeit glaubte und hatte gegen das Gefühl zu kämpfen, dasser es nur absichtlich so hinstellte, als sei sein Erfolgihm selbstverständlich. Ob die Erwählte vorläufig auch nureine Ahnung hatte von den Gedanken und Absichten, die eran ihre Person knüpfte, blieb im Dunkeln.
Es blieb im Dunkeln für mich auch nach dem Gesellschafts-abend in der Briemerstrasse, der mir die Bekanntschaft mitMarie Godeau brachte. Wie wohl sie mir gefiel, entnehme mander Beschreibung, die ich oben von ihr gab. Nicht nur die
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