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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Person eine Schilderung gegeben hatte, die als gelasseneFeststellung, die Ähnlichkeit ihrer Stimme mit der seinerMutter einschloss, mich aber auch sonst sogleich hatte auf-horchen lassen. Gewiss war es kein enthusiastisches Portrait,das er mir lieferte, im Gegenteil waren seine Worte still undbeiläufig, seine Miene unbewegt dabei und abseits in den Raumblickend. Dass aber die Bekanntschaft Eindruck auf ihn ge-macht hatte, erhellte schon daraus, dass ihm der Vor- undZunamen des Mädchens geläufig war - ich sagte ja, dass erin grösserer Gesellschaft selten den Namen dessen wusste,mit dem er sprach -, und über die blosse Erwähnung ging seinBericht entschieden hinaus.

Es kam jedoch etwas anderes hinzu, was mir das Herz soeigentümlich in Freude und Zweifel schlagen liess. Bei mei-nem nächsten Besuch in Pfeiffering nämlich liess Adrian Be-merkungen fallen des Sinnes, vielleicht habe er nun die läng-ste Zeit hier gehaust. Veränderungen in seinem äusserenleben stünden möglicherweise bevor; mit der Einzelgängereimöchte es allenfalls bald ein Ende nehmen; er gehe mit derAbsicht um, ihr ein Ende zu setzen, etc. - kurzum, Bemerkun-gen, die nicht anders zu deuten waren, als dass er vorhabe,sich zu verheiraten. Ich hatte den Mut zu fragen, ob seineAndeutungen mit einem gesellschaftlichen Ungefähr zusammen-hingen, das sein Aufenthalt in Zürich mit sich gebracht habe,und er antwortete:

- Wer kann dich hindern, deine Konjekturen zu machen?Übrigens ist dies enge Gezimmer garnicht der rechte Schau-platz dafür. Wenn ich nicht irre, war es der Zionsberg daheim,auf dem du mir einst verwandte Eröffnungen gönntest. Wirhätten auf den Rohmbühel steigen sollen zu unserer Konversa-tion.

Man stelle sich meine Verblüffung vor?

- Lieber, sagte ich, - das ist sensationell -und ergreifendI

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