mit seinem schönen, feinen und tiefen Lächeln zu mir hinüber),- einen mit allem Klangwerk der Welt vollgepfropften und da-von überquellenden Enthusiasten, der zu verliebt war in jeden,aber auch jeden organisierten Lärm, als dass man irgendwelcheHochnäsigkeit, irgend ein Sich-für-zu-gut-halten in musika-lischen Dingen von ihm hätte lernen können. Ein Mann, dersehr wohl Bescheid wusste im Hohen und Strengen. Aber fürihn war Musik - Musik, wenn es eben nur welche war, und gegendas Wort von Goethe: "Die Kunst beschäftigt sich mit demSchweren und Guten" fand er einzuwenden, dass das Leichteauch schwer ist, wenn es gut ist, was es ebenso wohl seinkann wie das Schwere. Davon ist etwas bei mir hängen geblie-ben, ich habe es von ihm. Allerdings habe ich ihn immerdahinverstanden, dass man sehr sattelfest sein muss im Schwerenund Guten, um es so mit dem Leichten aufzunehmen.
Ein Schweigen ging durch das Zimmer. Im Grunde hatte ergesagt, dass er ganz allein das Recht habe, sich an den darge-botenen Gefälligkeiten zu freuen. Man versuchte, es nicht sozu verstehen, argwöhnte aber, dass er es gemeint hatte.Schildknapp und ich sahen uns an. Dr. Kranich machte "Hm".Jeanette sagte leiser "Magnifique!" Leo Zink liess sein dumm-überwältigtes eigentlich hämisches "Jessas na!" vernehmen."Echt Adrian Leverkühn!" rief Schwerdtfeger, rot im Gesichtvon zahlreichen Vieille Cure, aber nicht nur davon. Ichwusste, dass er sich heimlich gekränkt fühlte.
- Sie haben nicht zufällig, fuhr Adrian fort - die Des-dur-Arie der Delila aus "Samson" von Saint-Saens in IhrerSammlung? Die Frage war an Bullinger gerichtet, dem es diegrösste Genugtuung bereitete, zurückrufen zu können:
- Ich? Die Arie nicht haben? Mein Lieber, Sie denkenwohl dies und das von mir! Hier ist sie - und garnicht"zufällig", wie ich Sie versichern kann!
Darauf Adrian:
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