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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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hat er einmal, als er ohnedies ausnahmsweise von seinem Pfeif-fering ausgeflogen, ohne dies auf Reisen war, in flüchtigenVersuchen an der fast königlichen Lebensform genippt, die ihmfür die Dauer zuzuwünschen ich heimlich nicht umhinkonnte,

Das ist nun 20 Jahre her und geschah, indem er der stehen-den, ein für allemal gültigen Einladung Mme. de Tolnas folg-te, so lange er wollte, auf einer ihrer Besitzungen Wohnungzu nehmen, wenn nämlich sie nicht dort war. Br war damals,Frühjahr 1924» in Wien, wo, im Bösendorfersaal und im Rahmeneines der sogenannten "Anbruch-Abende 1 , Rudi Schwerstfegerdas endlich für ihn geschriebene Violin-Konzert mit starkemErfolg - nicht zuletzt für ihn selbst - zum erstenmal ge-spielt hatte. Ich sage: "nicht zuletzt" und meine "vor allem,denn eine gewisse Konzentration des Interesses auf die Kunstdes Interpreten liegt geradezu in den Absichten des Werkes,das, bei aller Unverkennbarkeit der musikalischen Handschrift,nicht zu Leverkühns höchsten und stolzesten gehört, sondern,wenigstens partieenweise, etwas Verbindliches, Kondeszendie-rendes, ich sage besser: Herablassendes hat, welches michan eine frühe Vorhersage aus unterdessen verstummtem Mundeerinnerte. - Adrian lehnte es denn auch ab, als das Stückgeendigt, vor dem sehr beifallsfreudigen Publikum zu erschei-nen und hatte das Haus schon verlassen, als man nach ihmsuchte. Wir trafen ihn später, die Veranstalter, der glück-strahlende Rudi und ich, in dem Restaurant- des kleinen Ho-tels in der Herrengasse, wo er abgestiegen war, während Schwerdtfeger es sich schuldig zu sein geglaubt hatte, in einem Ring-Hotel Wohnung zu nehmen.

Die Nachfeier war kurz, da Adrian Kopfschmerzen hatte.

Ich kann es aber aus der augenblicklichen Auflockerung sei-nes Daseins verstehen, dass er sich am folgenden Tage ent-schloss, nicht sogleich nach Haus Schweigestill zurückzu-kehren, sondern seiner Welt-Freundin die Freude seines Besu-