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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Am "besten geschah es, indem er sie persönlich in sein Eltern-haus einführte, sie seinen liebenden Erzeugern, eifersüch-tigen Geschwistern und urteilenden Tanten zur Prüfung vor-stellte, und an der Bewilligung und Anordnung dieser Entre-vue arbeitete er denn seit Wochen: in regelmässigen Billetsund bei wiederkehrenden Aufenthalten in Pforzheim unterrich-tete er die Geliebte von seinen Fortschritten.

Clarissa war ihres Sieges gewiss. Ihre gesellschaftli-che Ebenbürtigkeit, nur verdunkelt durch den Beruf, den auf-zugeben sie bereit war, würde Henris ängstlicher Sippe beipersönlicher Begegnung schon einleuchten. In ihren Briefenund mündlich bei einem Besuch in München nahm sie ihre offi-zielle Verlobung und die Zukunft vorweg, der sie entgegen-sah. Diese stellte sich ganz anders dar, als das entwurzel-te, ins Geistige, Künstlerische strebende Patrizierkind siesich erträumt hatte, aber sie war der Hafen, war das Glück,

- ein bürgerliches Glück, das ihr offenbar annehmbarer erschiendurch den Reiz der Fremdartigkeit, die nationale Neuheit desLebensrahmens, in den sie versetzt werden sollte: sie maltesich das französische Geplauder ihrer zukünftigen Kinderaus.

Da erhob sich das Gespenst ihrer Vergangenheit, ein dum-mes, nichtssagendes und nichtswürdiges, aber freches undunbarmherziges Gespenst, gegen ihre Hoffnungen und machtesie cynisch zuschanden, trieb das arme Geschöpf in die Engeund in den Tod. Jener rechtskundige Lump, dem sie in schwa-cher Stunde angehört, erpresste sie mit seinem einmaligenSiege. Henris Angehörige, Henri selbst würden von seinemVerhältnis zu ihr erfahren, wenn sie ihm nicht neuerdingszu Willen war. Nach allem, was wir später in Erfahrung ge-bracht, müssen verzweifelte Szenen sich zwischen dem Mörderund seinem Opfer abgespielt haben. Vergebens flehte dasMädchen - zuletzt auf den Knieen - ihn an, sie zu schonen,

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