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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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unterziehen müssen, die ihn eine seiner liieren gekostet hat-te. Er lebte, wie man plötzlich hörte, mit nur einer - ganzauskömmlich, wie es schien, und die Frauen hatten es baldvergessen.

Ich könnte so fortfahren -und manchen Fall von Unlust,Protektion, rücksichtsvoller Aussparung nennen, die in denKreisen vorkamen, welche bei Schlaginhaufens und bei denScheurl*sehen Damen am Botanischen Garten verkehrten, - Krei-sen, in denen es nich an grundsätzlicher Abneigung gegen die-sen Krieg, wie schon gegen den vorigen, fehlte: an Rheinbund-Erinnerungen, Franzosenfreundlichkeit, katholischer Aversiongegen Preussen und dergleichen Stimmungen. Jeanette Scheurlwar tief unglücklich und den Tränen nahe. Das brutale Auf-lodem des Antagonismus zwischen den beiden Nationen, denensie angehörte, Frankreich und Deutschland, die einander nachihrer Meinung ergänzen sollten, statt zu raufen, machte sieganz verzweifelt. "Jen ai assez jusquä la fin de mes jours?"stiess sie zornig schluchzend hervor. Trotz meiner abwei-chenden Gefühle versagte ich ihr nicht eine gebildete Teil-nahme.

Um Adrian Lebewohl zu sagen, dessen persönliche Unberührt-heit von dem Ganzen mir die selbstverständlichste Sache vonder Welt war, fuhr ich nach Pfeiffering hinaus, wo der Haus-sohn, Gereon, sogleich mit mehreren Pferden nach seinem Ge-stellungsort hatte aufbrechen müssen. Ich fand dort RüdigerSchildknapp vor, der, vorläufig noch frei, das week-end beiunserem Freunde verbrachte. Er hatte bei der Marine gedientund wurde später noch eingezogen, aber nach einigen Monatenwieder entlassen. Und ging es mir denn viel anders? Ich8 age gleich, dass ich nur ein knappes Jahr, bis zu den Argon-uen-Kämpfen 1915, im Felde blieb und dann mit dem Kreuzeheimtransportiert wurde, das ich mir nur durch das Ertragenvon Unbequemlichkeiten und die Attrapierung einer Typhus-

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