schieren, "begleitet von Frauen, die Schnupftücher unter dieNase hielten, unter den Zurufen eines rasch zusammengelaufenenCivil-Publikums, dem die zu Helden beförderten Bauernburschendumm-stolz und verschämt zulächelten. Einen blutjungen Offi-zier sah ich in feldmarschmässiger Ausrüstung auf der rück-wärtigen Plattform eines Trambahnwagens stehen, das Gesichtnach hinten gewandt, und, offenbar mit dem Gedanken an seinjunges Leben beschäftigt, vor sich hin und in sich hinein-starren, - worauf er sich kurz zusammernahm und mit eiligemLächeln um sich blickte, ob jemand ihn beobachtet habe.
Wiederum war ich froh, mich in der gleichen Lage zu wis-sen, wie er, und nicht im Rücken derer sitzen zu bleiben, diedas Land deckten. Im Grunde war ich, wenigstens vorderhand,der einzige aus unserem Bekanntenkreise, der hinausging:waren wir ja stark und volkreich genug, um es uns leisten zukönnen, wählerisch zu sein, auf kulturelle Interessen Rücksichtzu nehmen, viel Unabkömmlichkeit zuzugestehen und nur dasvollkommen Taugliche an Jugend und Männlichkeit nach vornzu werfen. Fast bei allen den Unseren stellte sich irgendein gesundheitlicher Schaden heraus, von dem man kaum etwasgewusst hatte, der aber nun ihren Dispens bewirkte. DerSugambier Knöterich war leicht tuberkulös. Kunstmaler Zinklitt an keuchhustenartigen Asthma-Anfällen, zu deren Erledi-gung er sich von der Gesellschaft zurückzuziehen pflegte, undsein Freund Baptist Spengler kränkelte, wie bekannt, abwech-selnd an allen Orten. Fabrikant Bullinger, noch jung an Jah-ren, schien als Industrieller zu Hause unentbehrlich; undein zu wichtiges Element im künstlerischen Leben der Haupt-stadt bildete das Zapfenstösser-Orchester, als dass nicht sei-ne Mitglieder, also auch Rudi Schwerdtfeger, vom Kriegsdienstsollten ausgenommen gewesen sein. Übrigens wurde bei die-ser Gelegenheit mit flüchtigem Erstaunen zur Kenntnis genom-men, dass Rudi in früheren Tagen sich einer Operation hatte
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