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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Ich sehe ein, dass ich diese Quisquilien und Krümel-Abfäl-le meiner Beobachtung hier garnicht hätte aufnehmen dürfen.Sie sind nicht buchgerecht, sie mögen in den Augen des Lesersetwas Läppisches haben, und er mag sie mir als lästige Zu-mutungen verargen. Er rechne es mir wenigstens an, dassich hundert andere, ähnliche unterdrücke, die sich ebenfallsin meiner Wahrnemung eines mitleidigen Menschenfreundes,gleichsam verfingen und dank dem Unglück, zu dem sie akku-mulierten, schon garnicht aus meiner Erinnerung zu lösen sind.Ich habe das Heranwachsen einer Katastrophe, die freilichim allgemeinen Weltgeschehen eine sehr unbeachtliche Rollespielte, durch Jahre verfolgt und über mein Sehen und Sor-gen nach allen Seiten hin reinen Mund gehalten. Einzig zuAdrian sprach ich gleich damals zu Anfang einmal in Pfeiffe-ring davon - obgleich ich im Ganzen wenig Neigung hatte, so-gar stets eine gewisse Scheu trug, mit ihm, der in mönchi-schem Detachement von Liebesdingen lebte, über gesellschaft-liche Vorkommnisse dieser Art zu sprechen. Ich tat es den-noch, erzählte ihm unter der Hand, dass Ines Rodde, obgleichim Begriff, sich mit Institoris zu verloben, nach meinerBeobachtung heillos und sterblich in Rudi Schwerdtfeger ver-liebt sei.

Wir sassen in der Abtsstube und spielten Schach.

- Las sind Neuigkeiten! sagte er. - Du willst wohl, dassich meinen Zug verfehle und den Turm da verliere?

Er lächelte, schüttelte den Kopf und setzte hinzu:

- Armes Gemüt!

Dann, beim ferneren Überlegen des Zuges, mit einer Pausezwischen den Sätzen:

- Übrigens ist das kein Spass für ihn. - Er soll Zusehen,dass er heil aus der Sache davon kommt.

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