für ihn. Aber freilich, es genüge, dass er andere Luft geat-met habe, anderen Einflüssen ausgesetzt gewesen sei, damitvollständige Entfremdung, hoffnungslose Fernheit an die Stel-le des Vertrauens, des Einander Verstehens träten. Das fühleer dann, denn er sei ja feinfühlig, und suche reuig, es gutzu machen. Es sei komisch-rührend, aber um sich wieder inBeziehung zu bringen, wiederhole er dann wohl irgend ein mehroder weniger gutes Wort, das man selbst einmal gesprochen,oder das Wort eines Buches, das man gelegentlich angeführt,
- zum Zeichen, dass er es nicht vergessen habe und im Höherenzu Hause sei. Im Grunde sei es zum Tränenvergiessen. Undschliesslich sein Abschiednehmen für diesen Abend, - dabeizeigte sich auch wohl seine Bereitschaft zur Reue und Korrek-tur. Er komme und verabschiede sich mit Dialekt-Jökeleien,die einem die Miene verzögen, und auf die die Müdigkeit viel-leicht etwas leidend reagiere. Nachdem er dann aber rundumden andern die Hand gegeben, kehre er noch einmal zurückund sage einfach und herzlich Adieu, worauf natürlich ein bes-ser Erwidern sei. So habe er einen guten Abschluss, dennden müsse er haben. Auf den zwei Gesellschaften, die erdanach noch besuche, mache er's wahrscheinlich wieder so...
Ist es genug? Dies ist kein Roman, bei dessen Compositionder Autor die Herzen seiner Personagen dem Leser indirekt,durch szenische Darstellung erschliesst. Als biographischerErzähler steht es mir duchaus zu, die Dinge bei Namen zu nen-nen und einfach seelische Tatsachen zu konstatieren, welcheauf die von mir darzustellende Lebenshandlung von Einflussgewesen sind. Aber nach den eigentümlichen Äusserungen, .die mein Gedächtnis mir soeben in die Feder diktiert, Äusse-rungen von einer, ich möchte sagen: spezifischen Intensität,kann über das mitzuteilende Faktum wohl kein Zweifel sein.
Ines Rodde liebte den jungen Schwerdtfeger, und dabei fragtesich nur zweierlei: erstens, ob sie es wusste, und zweitens,
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