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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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in ein erregtes Mitschwingen und -Schwirren gerieten. Aberich gestehe, dass ich der Erschütterung durch eine heroischeFrauenstimme, wie die der Orlanda es damals war, schwer wider-stehe. Die Taucht der Person, die Macht des Organs, die Ge-übtheit der dramatischen Akzente geben uns die Illusion ei-ner königlichen Frauenseele in hohem Affekt, und nach demVorträge etwa von Isoldens "Frau Minne kenntest du nicht?"bis zu ihrem ekstatischen: "Die Fackel, wär's meines LebensLicht, lachend sie zu löschen zagt* ich nicht".(wobei dieSängerin das theatralische Tun durch eine energisch nieder-stossende Bewegung ihres Armes markierte) hätte nicht vielgefehlt, dass ich, Tränen in den Augen, vor der mit Beifallüberschütteten, triumphierend Lächelnden hingekniet wäre,übrigens war es diesmal Adrian, der sich bereit gefundenhatte, sie zu begleiten, und auch er lächelte, als er sichvom Klaviersessel davönmachte und sein Blick meine bis zumWeinen erschütterte Miene streifte.

Es tut wohl, unter solchen Eindrücken selbst etwas zurkünstlerischen Unterhaltung der Gesellschaft beitragen zu kön-nen, und so rührte es mich, wenn danach Excellenz von Ried-esel, sogleich unterstützt von der hochbeinig eleganten Haus-frau, mich in seiner zwar süddeutsch gefärbten, aber vomOffizierston geschärften Sprechweise ermutigte, das Andanteund Menuet von Milander (1770) zu wiederholen, das ich schonkürzlich einmal auf meinen sieben Saiten hier zum Bestengegeben. 7/ie schwach ist der Mensch! Ich war ihm dankbar,ich vergass völlig meinen Widerwillen gegen seine glatteund leere, ja vor unverwüstlicher Unverschämtheit gewisser-massen klare Aristokratenphysiognomie mit dem gezwirbeltenblonden Schnurrbart vor den rasierten Rundbacken und derblitzenden Monokelscheibe im Auge unter der weisslichenBraue. Für Adrian, das wusste ich wohl, stand die Figurdieses Ritters sozusagen jenseits jeder Bewertung, jenseits

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