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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Der Übergang dazu war ihm leicht gemacht durch seine vor-angegangenen Schilderungen. Das Grotesk-Fremdartige desTiefseelebens, das nicht mehr unserm Planeten anzugehörenschien, war ein Anknüpfungspunkt. Ein zweiter war die Klop-stock'sche Redewendung vom "Tropfen am Eimer", die in ihrerbewundernden Demut nur zu gerechtfertigt war durch die ganznebensächlich-abseitige und wegen der Geringfügigkeit desObjektes für den grossen Blick fast unauffindbare Situiert-heit nicht nur der Erde, sondern unseres ganzen Planetensy-stems, also der Sonne mit ihren sieben Trabanten, innerhalbdes Milchstrassenwirbels, dem es angehört, "unserer" Milch-strasse, - von den Millionen anderer hier noch zu schweigen.Das Wort "unsere" verleiht der Ungeheuerlichkeit auf die essich bezieht, eine gewisse Intimität, es vergrössert auf einefast schon komische Weise den Begriff des Heimatlichen inssinnbenehmend Ausgedehnte, als dessen bescheiden aber sicheruntergebrachte Bürger wir uns zu fühlen haben. In dieserGeborgenheit, einer tief inneren Geborgenheit, scheint dieNeigung der Natur zum Sphärischen sich durchzusetzen, - unddies war ein dritter Punkt, an den Adrian seine kosmischenErörterungen knüpfte: zum Teil kam er auf sie durch die selt-same Erfahrung des Aufenthaltes in einer Hohlkugel, nämlichder Capercailzie'sehen Tiefseegondel, die er einige Stundenmitbewohnt haben wollte. In einer Hühlkugel, so war er be-lehrt, lebten wir allesamt alle Tage, denn um den galaktischenRaumbezirk, worin uns irgendwo seitab ein winziger Platzzugewiesen sei, stehe es so:

Er sei ungefähr gestaltet wie eine flache Taschenuhr, d.h.rund und viel weniger diele als umfangreich, - eine nichtunermessliche, aber freilich ungeheuere Wirbelscheibe konzen-trierter Mengen von Sternen, Stemgruppen, Sternhaufen, Dop-pelsternen, welche elliptische Bahnen um einander beschrieben,von Nebelflecken, leuchtnebeln, Ringnebeln, Nebelsternen usf.

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