Augen das Gepräge einer gewissen erregten Müssigkeit tragen,nicht weiter verlieren und nur hinzufügen, dass das Wort"historisch" mit weit düstererer Vehemenz auf die Zeit zu-trifft, in welcher -, als auf die, über welche ich schreibe.
In den letzten Tagen wütete der Kampf um Odessa, eine verlust-reiche Schlacht, die mit dem Pall der berühmten Stadt amSchwarzen Meer in die Hände der Russen geendet hat, ohnedass freilich der Gegner vermocht hätte, unsere Ablösungsope-rationen zu stören. Er wird dazu auch gewiss in Sebastopolnicht imstande sein, ein anderes unserer Faustpfänder, dasder offenbar überlegene Gegner uns nunmehr entreissen zu wollenscheint. Unterdessen wächst der Schrecken der fast täglichenLuftangriffe auf unsere wohlumgürtete Festung Europa insÜberdimensionale. Was hilft es, dass viele dieser ein immersprengmächtigeres Verderben niedersendenden Ungeheuer unsererheldenhaften Abwehr zum Opfer fallen? Tausende verdunkelnden Himmel des kühn geeinten Kontinents, und immer weitereunserer Städte sinken in Trümmer. Leipzig, das in LeverkühnsWerdegang, seiner Lebenstragödie, eine so bedeutsame Rollespielt, hat es letzthin mit voller Wucht getroffen: seinberühmtes Verlagsviertel ist, wie ich hören muss, nur nocheine Schutthalde und unermessliches literarisches Lehr- undUutzgut ein Raub der Zerstörung geworden - ein schwersterVerlust nicht nur für uns Deutsche, sondern für die bildungs-beflissene Welt überhaupt, die ihn aber verblendeter oderrichtiger Weise - ich wage das nicht zu entscheiden - inKauf nehmen zu wollen scheint.
Ja, ich fürchte, es wird uns zum Verderben ausschlagen,dass eine fatal inspirierte Politik uns zugleich mit dermenschenreichsten, überdies revolutionär gehobenen Macht undder an Erzeugungskapazität gewaltigsten in Konflikt gebrachthat, - wie es ja aussieht, als ob diese amerikanische Produk-tionsmaschine nicht einmal auf höchsten Touren zu laufen
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