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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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sitz ersehen, noch um einige Tage. Ich sehe ihn seinem Vater- zinn letzten Mal, er wusste es nicht - zum Abschied die Handdrücken, sehe seine Mutter ihn küssen und vielleicht auf die-selbe Art, wie damals in der Wohnstube beim Gespräch mitKretzschmar, seinen Kopf an ihre Schultern lehnen. Er sollteund wollte ihr nicht wiederkehren. Sie kam zu ihm.

XXIII

"Wers nicht anpacken will, kanns nicht fortschieben,schrieb er mir, Kumpf parodierend, ein paar Wochen späteraus der bayerischen Hauptstadt, zur Anzeige, dass er die Kom-position von love's labour lost begonnen habe, und um aufdie rasche Zustellung der restlichen Textbearbeitung zu drin-gen, Er brauche den Überblick, schrieb er, und wünsche zurHerstellung mancher musikalischen Verknüpfung und Beziehunggelegentlich auf spätere Teile vorzugreifen.

Er wohnte in der Rambergstrasse, nahe der Akademie, alsUntermieter einer Senatorsv/itwe aus Bremen, namens Rodde,die dort in einem noch neuen Hause mit ihren beiden Töchterneine Wohnung zu ebener Erde innehatte. Bas nach der stillenStrasse gelegene Zimmer, gleich rechts neben der Entreetür,das man ihm abtrat, sagte ihm wegen seiner Reinlichkeit undsachlich-familiären Einrichtung zu, und bald hatte er es sichmit seiner persönlichen Habe, seinen Büchern und Noten vollendsgerecht gemacht. Ein allenfalls etwas unsinniges Bekora-tionsstück bildete der umfangreiche, in Nussholz gerahmteStich an der linken Seitenwand, welcher, Relikt eines verschol-lenen Enthusiasmus, Giacomo Meyerbeer am Klavier, eingebungs-voll erhobenen Blicks in die Tasten greifend und umschwebt vonien Gestalten seiner Opern darstellte. Indessen gefiel dem

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