stärkere Profilierung eines Themas zu empfehlen. Sr wies ihnauf eine Mittelstimme hin, die im Sande verlief, auf einenBass, der liegen blieb, statt sich zu bewegen. Er legte denFinger auf einen Übergang, der nur äusserlich zusammenhielt,sich nicht organisch ergab, den natürlichen Fluss der Kompo-sition in Frage stellte. Er sagte ihm eigentlich nur, wasder Kunstverstand des Schülers ihm selbst hätte sagen können,und was er ihm schon gesagt hatte. Ein Lehrer ist das perso-nifizierte Gewissen des Adepten, das ihn in seinen Zweifelnbestätigt, ihm seine Unzufriedenheit erläutert, seinen Ver-besserungsdrang spornt. Ein Schüler wie Adrian aber brauchteim Grunde gar keinen Korrektor und Meister. Bewusst brachteer ihm Unfertiges, um sich darüber sagen zu lassen, was erselber schon wusste, - und sich dann über den Kunstverstandlustig zu machen, denjenigen des Lehrers, der mit dem seinendurchaus zusammentraf, - Den Kunstverstand - man muss denTon auf den zweiten Bestandteil des Wortes legen - , der dereigentliche Anwalt der Werk-Idee ist, - nicht der Idee einesWerkes, sondern der Idee des opus selbst, des in sich ruhenden,objektiven und harmonischen Gebildes überhaupt, - der Managerseiner Geschlossenheit, Einheit, Organik, der Risse verklebt,Löcher stopft, jenen'hatürlichen Fluss" zuWege bringt, derursprünglich nicht vorhanden war und also garnicht natürlich,sondern ein Kunstprodukt ist, - kurz, nachträglich erst undmittelbar stellt dieser Manager den Eindruck des Unmittelbarenund Organischen her. An einem Werk ist viel Schein, mankönnte weiter gehen und sagen, dass es scheinhaft ist in sichselbst als "Werk". Es hat den Ehrgeiz, glauben zu machen,dass es nicht gemacht, sondern entstanden und entsprungen sei,gleichwie Pallas Athene im vollen Schmuck ihrer ciseliertenWaffen aus Jupiters Haupt entsprang. Doch das ist Vorspiege-lung. Hie ist ein Werk so hervorgetreten. Es ist ja Arbeit,Kunstarbeit zum Zweck des Scheins - und nun fragt es sich,
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