verfluchten Neigung, die Dinge im Licht ihrer eigenen Parodiezu sehen, des "Sinnes für Komik", - ich sage: der Lebens-und Portschrittswille der Kunst nimmt die Maske dieser matt-herzigen persönlichen Eigenschaften vor, um sich darin zumanifestieren, zu objektivieren, zu erfüllen. Ist Ihnen daszuviel der Metaphysik? Es ist aber nur gerade genug davon,nur gerade die Wahrheit, - die Ihnen im Grunde bekannte Wahr-heit. Spute dich, Adrian, und entschliesse dich! Ich warte.Sie sind schon zwanzig, und Sie haben sich noch eine Mengekniffliehen Handwerks anzueignen, schwierig genug, um Sie zureizen. Es ist besser, von Kanon-, Fugen- und Kontrapunkt-Exercitien Hauptweh zu bekommen, als von der Widerlegungder Kant'sehen Widerlegung der Gottesbeweise. Genug destheologischen Jungfernstandes!
"Die Jungfrauschaft ist wert, doch muss sie Mutter werden,
Sonst ist sie wie ein Plan von unbefruchter Erden."
Mit diesem Zitat aus dem "Cherubinischen Wandersmann"schloss der Brief, und als ich davon aufblickte, begegneteich Adrians verschmitztem Lächeln.
- Nicht schlecht pariert, was meinst du? fragte er.
- Keineswegs, erwiderte ich.
- Er weiss, was er will, fuhr er fort, - und es ist ziem-lich beschämend, dass ich es nicht so recht weiss.
- Ich denke, du weisst es auch, sagte ich. Denn tatsäch-lich hatte ich in seinem eigenen Brief niemals eine wirkli-che Ablehnung gesehen, - freilich auch nicht geglaubt, er seiaus "Ziererei" geschrieben. Das ist gewiss nicht das rechte<7ort für den Willen, sich einen Entschluss, mit dem man um-geht, schwer zu machen, ihn mit Zweifeln zu vertiefen. Dassder Entschluss gefasst werden würde, sah ich mit Bewegungvoraus, und dem anschliessenden Gespräch über unsere beider-seitige nächste Zukunft lag er schon als so gut wie gefasstzum Grunde. Ohnedies schieden sich unsere Wege. Trotz starker
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