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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Raums nicht die nötigen seinshaften Entsprechungen mit,

- Ach, Deutschlin, was redest du, sagte Arzt. - Wir wis-sen doch als moderne Soziologen ganz gut, dass auch der Staatvon nützlichen Punktionen bestimmt ist. Da ist die Rechtspre-chung, da ist die Sicherheitsgewährung. Und dann leben wirdoch überhaupt in einem ökonomischen Zeitalter, das ökonomischeist einfach der geschichtliche Charakter dieser Zeit, und Ehreund Würde helfen dem Staat keinen Deut, wenn er es nicht ver-steht, die ökonomischen Verhältnisse von sich aus richtig

zu erkennen und zu leiten.

Deutschlin gab das zu. Aber er leugnete, dass Nützlich-keitsfunktionen die wesentliche Begründung des Staates seien.Die legitimierung des Staates liege in seiner Hoheit, seinerSouveränität, die darum unabhängig vom Wertschätzen Einzelnerbestehe, weil sie - sehr im Gegensatz zu den Flausen desContrat Social - vor dem Einzelnen da sei. Die überindivi-duellen Zusammenhänge hätten nämlich ebenso viel Daseinsur-sprünglichkeit wie die einzelnen Menschen, und ein Ökonomkönne vom Staat eben darum nichts verstehen, weil er von sei-ner transzendentalen Grundlegung nichts verstehe.

Von Teutleben sagte darauf:

- Ich bin gewiss nicht ohne Sympathie mit der sozial-religiösen Bindung, die Arzt befürwortet; besser als garkeineist sie allemal, und Matthäus hat nur zu recht, wenn er sagt,dass alles darauf ankommt, die rechte Bindung zu finden. Umaber recht zu sein, um zugleich religiös und politisch zu sein,muss sie volkhaft sein, und was ich*mich frage, ist, ob aus

der Wirtschaftsgesellschaft heraus ein neues Volkstum entste-hen kann. Seht euch im Ruhrgebiet um: Da habt ihr Sammel-zentren von Menschen, aber doch keine neuen Volkstumszellen.Fahrt mal im Personenzug von Leuna nach Halle! Da seht ihrArbeiter zusammen sitzen, die über Tariffragen ganz gut zusprechen wissen, aber dass sie aus ihrer gemeinsamen Betäti-

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