das ohne sie der sübjektivistischen Verwilderung, dem numi-nosen Chaos verfiele, zu einer Welt phantastischer Unheimlich-keit, einem Meer von Dämonie würde. Kirche und Religion zutrennen, heisst darauf verz ichten, das Religiöse vom Wahnsinnzu trennen...
- Na, höre malt sagten mehrere. Aber:
- Recht hat er! erklärte unumwunden Matthäus Arzt, dendie anderen den "Sozialarzt” nannten, denn das Soziale warseine Passion, er war christlicher Sozialist, und oft citierteer Goethe*s Äusserung, das Christentum sei eine politischeRevolution gewesen, die, verfehlt, moralisch geworden sei.Politisch, sagte er auch jetzt, müsse es wieder werden, näm-lich sozial: Das sei das wahre und einzige Mittel zur Dis-ziplinierung des Religiösen, dessen Ausartungsgefahren Lever-kühn gamicht schlecht geschildert habe. Der religiöse So-zialismus, die sozial gebundene Religiosität, das sei es,denn die rechte Bindung zu finden, daran sei alles gelegen,und die theonome Bindung müsse mit der sozialen, mit der Bin-dung an die von Gott gestellte Aufgabe der Gesellschaftsver-vollkommnung vereinigt werden. - Glaubt mir nur, sagte er, -auf das Heranwachsen eines verantwortlichen Industrievolkes,einer internationalen Industrie-Nation kommt alles an, dieeinmal eine echte und rechte europäische Wirtschaftsgesell-schaft bilden kann. In der werden alle Gestaltungsimpulseliegen, und liegen keimhaft schon jetzt, nicht bloss zurtechnischen Durchführung einer neuen Wirtschaftsorganisation,nicht nur zu einer durchgreifenden Hygienisierung der natu-ralen Lebensbezüge, sondern auch zur Begründung neuer poli-tischer Ordnungen.
Ich gebe die Reden dieser jungen Leute so wieder, wie siegehalten wurden, in ihren Ausdrücken, die einem gelehrtenJargon angehörten, dessen Gespreiztheit ihnen nicht im minde-sten zum Bewusstsein kamj vielmehr bedienten sie sich seiner
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